Bindung stärken: Beruhigende Einschlafrituale ohne Druck
Entgegen mancher Bestseller müssen Babys das Schlafen nicht lernen. Ihr Schlafverhalten ist vielmehr ein Entwicklungsprozess. Trotzdem ist diese Phase ideal, um die Bindung zu deinem Baby zu stärken und es mit beruhigenden Einschlafritualen zu unterstützen.
Bindung verstehen – so funktioniert das Band zum Baby
Wir alle verfügen über ein besonderes System, das uns ermöglicht, die Nähe zu anderen Menschen zu suchen und einzufordern. Die Rede ist vom angeborenen Bindungssystem. Dieses System sorgt am Anfang dafür, dass sich dein Baby an eine Bezugsperson bindet. Zu Beginn verfügt dein Kind allerdings über wenig Ressourcen, dir seine Wünsche mitzuteilen.
Seine Signale beschränken sich auf Schreien oder Weinen. Daher ist es besonders in dieser sensiblen Phase wichtig, aufmerksam auf die Signale zu achten und dem Baby keine böse Absicht zu unterstellen. Es schreit nicht, um dich zu ärgern. Das Bindungssystem eines jeden von uns verfolgt unter anderem das Ziel, sich sicher und geborgen zu fühlen. Dieser Wunsch spielt gerade beim Übergang vom Tag in die Nacht eine besondere Rolle.
Baby abends ins Bett bringen: Welches Einschlafritual ist das beste?
Dir an dieser Stelle ein, zwei oder gar drei Rituale zu präsentieren, die am besten beim Einschlafen funktionieren, wäre nicht nur unseriös, sondern auch schlichtweg falsch. Vielmehr geht es darum, dass du den Schlaf deines Babys besser verstehst. Dabei möchte ich dich in naher Zukunft auch mit meinem Kurs „Traumwölkchen“ unterstützen.
Geregelte Abläufe und Routinen geben Babys, Kindern und Eltern Sicherheit und sollten daher auf jeden Fall Teil des Familienalltags sein. Aber sie sollten gerade am Abend keinen Druck verursachen. Denn ähnlich wie bei uns großen Menschen richtet sich auch bei kleinen Menschen das Schlafbedürfnis nach der inneren Uhr und nicht nach dem Wunsch der Eltern oder einem Ritual.
Diesen Umstand zu akzeptieren, ist für eine gute Bindung enorm wichtig. Denn mit diesem Wissen bist du in der Lage, auf die Müdigkeitssignale deines Kindes zu achten, und bist ihm beim Einschlafen ein verlässlicher und liebevoller Partner. Daneben fördern auch folgende Punkte eine gute Bindung und bieten Impulse für beruhigende Einschlafrituale:
- Signale: Achte auf Müdigkeitssignale und gib deinem Kind die Möglichkeit zu schlafen, wenn es bereit ist.
- Körperkontakt: Körperkontakt und sanftes hin und her wiegen beruhigen und geben Sicherheit
- Atmosphäre: Achte auf einen abgedunkelten Raum und eine gute Schlaftemperatur von 18 bis 20 Grad. Spüre auch in dich selbst hinein, ob du geduldig und offen bist. Befindest du dich selbst gerade in einer stressigen Situation, kann es sein, dass dein Baby diese Anspannung merkt und noch intensiver deinen Halt sucht.
- Wiederkehrendes Ritual: Ein wiederholendes Ereignis vor dem Schlafengehen erleichtert deinem Baby den Übergang. Es weiß, dass danach die Möglichkeit kommt zu schlafen. Rituale können sein: Ein Bad, eine Massage, das Windelwechseln und Umziehen mit einem leisen Lied. Führst du die Rituale aber entgegen der Müdigkeitssignale aus, kann es passieren, dass dein Baby trotzdem nicht einschläft, weil es entweder zu müde oder zu wach ist.
Bindung stärken: Welche Fehler bei der Einschlafbegleitung vermeiden?
Um ehrlich zu sein: Das Thema Babyschlaf gehört zu den meistdiskutierten Themen unter frisch gebackenen Eltern. Kein Thema polarisiert und verunsichert mehr und zu fast keinem anderen Thema gibt es mehr Experten. Mit dem richtigen Wissen zum Thema Babyschlaf sind in meinen Augen die Eltern die besten Experten für ihr Kind. Und die ersten Informationen zu diesem Thema liefern dir die oben stehenden Impulse.
Zu einem der größten Fehler gehört meiner Meinung nach, eine bestimmte Vorstellung davon zu haben, wie sich Babys verhalten „müssen“ oder „sollten“. Und ihnen das antrainiert. Da sich jedes Baby zeitlich, körperlich, geistig und emotional anders entwickelt, kann es nie den einen richtigen Fahrplan mit Baby geben. Auch nicht beim Thema Babyschlaf.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, die Signale deines Babys richtig zu deuten. Dazu zählt auch, dass es bei eindeutigen Müdigkeitssignalen die Möglichkeit bekommt zu schlafen. Andernfalls übermüdet dein Kind und es dauert naturgemäß wieder einige Zeit, bis dein Baby bereit ist zu schlafen. Das ist aber kein bösartiges Verhalten, sondern ein ganz normaler menschlicher Mechanismus und völlig normal.





Schreibe eine Antwort