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Geburtskamm: Bedeutung und Wirkung eines besonderen Kamms

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Geburtskamm: Bedeutung und Wirkung

Ob aus Holz oder Plastik, naturfarben oder bunt: Einen Geburtskamm bekommst du ganz nach deinem Geschmack. Wie er dir unter der Geburt helfen kann, erfährst du hier.

Was ist ein Geburtskamm?

Vielleicht hast du in der Tasche deiner Doula oder Hebamme schon einmal einen breiten Kamm gesehen und dich gewundert. In den meisten Fällen dient er nicht dazu, die Haare der Person zu entwirren. Vielmehr ist es ein beliebter Gegenstand, der Schwangeren unter der Geburt eine wertvolle Stütze sein soll.

 Du erhältst ihn relativ kostengünstig in unterschiedlichen Ausführungen. Ein Geburtskamm kann dir helfen, den Wehenschmerz auf natürliche Weise zu reduzieren, indem er mit den Mitteln der Akupressur und Ablenkung arbeitet. Wie genau das funktioniert, erfährst du im nächsten Abschnitt.

Wie hilft der Kamm bei der Geburt?

Zunächst liegt der Kamm ganz locker in deiner Hand. Die Zacken zeigen dabei zur Handfläche, idealerweise liegen sie am Übergang zwischen Innenfläche und Finger an. Sobald du spürst, dass eine Wehe auf dich zurollt, presst du den Kamm mit leichtem Druck gegen deine Hand.  Dann passieren zwei Dinge:

1. Schmerz­lin­de­rung durch Ablenkung: 

Durch den Druck gegen die Handinnenfläche werden die dort sitzenden Nerven aktiviert und senden einen Impuls aus. Nun muss sich dein Körper, besonders dein Gehirn, entscheiden, welcher Reiz mehr Aufmerksamkeit bekommt (der Schmerz der Wehe oder der Impuls durch den Geburtskamm). Dieses Prinzip nennt sich „Gate Control Theory“. Laut dieser Theorie verhindern neue Impulse die Weiterleitung von Schmerzsignalen an das Gehirn.

2. Leichte Akupressur:

 Durch den leichten Druck gegen die Handfläche, stimulierst du die Nervenenden, ähnlich wie bei einer Akupressur.

3. Positives Mindset:

Neben den oben genannten Optionen, besteht zusätzlich die Möglichkeit, den Kamm personalisieren zu lassen. Mit positiven Affirmationen oder motivierenden Worten lässt sich so deine mentale Gesundheit während der Geburt stärken. 

Woher stammt der Geburtskamm?

Leider ist heute nicht feststellbar, woher die Tradition des Geburtskamms genau kommt. Daher existieren nur Spekulationen, dass diese Methode bereits vor vielen Jahren angewendet wurde, als die Medizin noch weniger fortschrittlich bei der Schmerzlinderung war. Möglicherweise besteht zwischen dem Geburtskamm und der traditionell chinesischen Medizin ein Zusammenhang. In beiden Fällen wird schließlich mit Akupressur gearbeitet.

Ob ein Geburtskamm sinnvoll ist oder nicht, muss jede Schwangere für sich entscheiden. Persönlich würde ich wahrscheinlich einen in der Tasche haben, wüsste aber gar nicht, ob ich unter der Geburt dran denk. Das ist übrigens auch ein Grund, warum du deine Geburt achtsam vorbereiten und mit deinem Herzensmenschen besprechen solltest. Falls du dir einen Geburtskamm zur Unterstützung vorstellen kannst, sprich gerne deine Doula oder Hebamme darauf an.

Du kannst im Geburtsplan angeben, dass du einen Geburtskamm dabei haben möchtest, um deine Bedürfnisse während der Geburt zu berücksichtigen. Mehr erfährst du in diesem Artikel.

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