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Kinder loben: 5 Tipps, wie es richtig geht

Illustration einer Mutter, die ihr Baby zärtlich im Arm hält – Logo für eine Website mit Elterntipps und Ratgebern rund ums bedürfnisorientierte Familienleben.

Kinder loben: 5 Tipps, wie es es richtig geht

Kinder loben: 5 Tipps, wie es richtig geht. In diesem Artikel zeige ich dir fünf achtsame Tipps, damit dein Lob echt bleibt, den Selbstwert deines Kindes stärkt. Und nebenbei den Mut, die Neugier und die Freude am Lernen aufrechterhält.

Ein Lob: Bedeutung und Wirkung in der Kommunikation

Bevor wir uns anschauen, wie wir Kinder, oder auch Erwachsene richtig loben, müssen wir erst einmal verstehen, was ein Lob überhaupt ist und wie es wirkt. Die meisten von euch denken bei einem Lob bestimmt an etwas Gutes, und richtig eingesetzt ist es das auch. 

Leider geschieht es häufig bei Kindern, dass wir schlichtweg falsch loben. Generell drückt ein Lob, Anerkennung oder Bewunderung für das Verhalten oder die Leistung unseres Gegenübers aus. Und genau darin liegt das Problem, denn mit einem Lob können wir unser Gegenüber wunderbar manipulieren.

Mithilfe dieser Manipulation versuchen wir bestimmte Verhaltensmuster an- oder abzutrainieren. Und da mit jedem Lob auch Glückshormone ausgeschüttet werden, von denen unser Gegenüber immer mehr will, klappt dieses Vorgehen ganz wunderbar.

Von Herzen loben: Anerkennung, die wirklich ankommt

Nun denkt der ein oder andere vielleicht: Und wo ist nun das Problem mit dem Loben? Lob ist doch etwas Positives, soll ich mein Kind jetzt nicht mehr loben? Das Problem mit einem falschen Lob besteht darin, dass Kinder folgendes lernen – für gutes Verhalten werde ich gesehen/belohnt und für schlechtes ignoriert/bestraft. Dabei bleibt die Frage offen: Wer bestimmt, was gutes und schlechtes Verhalten ist? 

Zudem fand Joan Grusec während einer Studie an der Universität Toronto heraus, dass Kinder, die häufig für eine soziale Handlung gelobt werden, mit der Zeit das Interesse an diesem Verhalten verlieren. Für die Kinder waren Hilfsbereitschaft und Empathie nur noch ein Mittel zum Zweck und keine Fähigkeit mehr, die aus ihnen heraus wächst. Richtig loben will also gelernt sein und das schauen wir uns im nächsten Abschnitt an.

5 Tipps wie du dein Kind richtig lobst

Kinder sollen erfahren, dass sie sich Aufmerksamkeit und Wahrnehmung nicht durch gutes oder schlechtes Verhalten erarbeiten müssen. Außerdem sollte nicht das Resultat ihrer Bemühungen, sondern der Weg dahin hervorgehoben werden. Ein Lob, das aus tiefstem Herzen und vor lauter Freude kommt, besitzt mehr wert als ein „Das hast du gut gemacht“. Folgende Dinge braucht ein wertschätzendes Lob:

  1. Ich-Botschaften: Generell sind Ich-Botschaften in der Kommunikation eine gute Idee. Als Teil eines wertschätzenden Umgangs miteinander bewerten sie nicht und weisen keine Schuld zu.
  2. Wahrnehmen: Sage deinem Kind, dass du seine Bemühungen wahrgenommen hast.
  3. Beschreiben: Beschreibe deinem Kind, worauf sich dein folgendes Lob bezieht. Also, was hast du konkret wahrgenommen?
  4. Wertschätzen: Erkläre deinem Kind, was du dadurch fühlst. Oder auch, was dein Kind dadurch fühlen kann. 
  5. Ermutigen: Ermutige dein Kind durch positive Bestärkung etwas Ähnliches noch einmal zu probieren. Oder falls etwas nicht geklappt hat, ermutige es nach einem neuen Ansatz zu suchen. 

Richtig loben - 3 Beispiele

Es nützt die beste Theorie und das schlauste Wissen nichts, wenn wir nicht wissen, wie wir damit umgehen sollen. Und beim Lesen und Bearbeiten von Studien und Ratgebern fällt mir eines immer auf – es fehlen die konkreten Beispiele. Deshalb hier für dich drei Beispiele, wie wir alle in Zukunft besser loben können. Dir fehlt eine Situation? Dann setze gerne einen Kommentar unter diesen Artikel oder schreibe mir eine Mail, und wir finden eine Lösung.

  • Unterwegs: Ich sehe, dass du trotz müder Beine weitergegangen bist. Deine Ausdauer beeindruckt mich. Vielleicht finden wir beim nächsten Mal einen kürzeren Weg.
  • Essenstisch: Mir ist aufgefallen, dass du dein Gemüse probiert hast. Das macht mich froh, weil ich merke, dass dir deine Gesundheit wichtig ist. Probierst du morgen wieder so mutig einen neuen Geschmack?
  • Schule und Hausaufgaben: Ich konnte hören, dass du dir beim Vorlesen Mühe gegeben hast, verständlich zu bleiben. Das stärkt dein Selbstvertrauen.

Und zum Schluss ein Klassiker, ohne den ich diesen Artikel nicht abschließen kann. Anstatt »Da hast du aber ein schönes Bild gemalt«, sagt das nächste Mal etwas Ähnliches wie »Ich sehe, dass du auf deinem Bild etwas Schönes gemacht hast. Und die Farbe, die du genommen hast, mag ich auch besonders gern. Magst du mir verraten, wie du das Motiv/die Farbe ausgewählt hast?« 

Und schon sind wir in einem wertvollen und verbindendem Gespräch und stärken nebenbei das Selbstwertgefühl der Kids.

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