Toxische Elterngruppen– kein Platz für andere Meinungen
Jeder begegnet ihnen irgendwann im Leben – toxischen Elterngruppen. Sie lassen keinen Platz für Austausch und Toleranz, stattdessen gilt ihre Meinung. Wie können wir ein respektvolles Miteinander fördern?
Wenn Kommunikation zur Herausforderung wird: Übermütter und die Grenzen des Elternnetzwerks
Sofern dein Kind in die Kita oder Schule geht, sind dir Übermütter bestimmt schon einmal begegnet. Es geht dabei nicht um Mütter, die ihre Kinder vor Gefahren beschützen wollen. Es geht um Mütter, die in Klassenchats regelmäßig das Tempo bestimmen.
Ob Geschenke oder Feiern – alles, was Instagram-tauglich gepostet werden kann, da sind sie am Start. Wenn es aber darum geht, für die Kinder da zu sein, beim Schulfest zu helfen, Fahrdienste zu übernehmen oder in den echten Austausch zu gehen, glänzen sie durch Abwesenheit.
Weder andere Meinungen noch ein echter Dialog sind erwünscht, denn hier würde man schnell an seine Grenzen stoßen. Diese Übermütter teilen das Elternnetzwerk in zwei Lager – Mitläufer und Rebellen.
Den Mitläufern ist es entweder schlichtweg egal, was gerade passiert, oder sie trauen sich nicht, etwas zu sagen. Die Rebellen möchten, dass sich etwas ändert, häufig, dass die Kinder vielmehr in Entscheidungen einbezogen werden, stoßen aber an ihre Grenzen, weil ihnen aus den vorgenannten Gründen die Mitstreiter fehlen.
Dominanz statt Dialog: Wie toxische Elterngruppen enstehen
Wenn Außenwirkung wichtiger wird, als die Stimmen der Kinder, laufen Elterngruppen in die falsche Richtung. Auch dann sobald Gegenvorschläge oder andere Meinungen, im besten Fall einfach ignoriert oder im schlimmsten Fall diskreditiert werden. Rebellische Stimmen werden daher auch schnell als „Streitstarter“ eingeordnet.
Eine Klassen- oder Kitagemeinschaft lebt nicht von der schönsten Oberfläche sondern der sichersten Atmosphäre. Dabei geht es dann gar nicht um das tollste und schönste Ergebnis, sondern dass sich jeder aus der Gemeinschaft einbrigen konnte. Die Realität sieht leider oft anders aus, eine Handvoll Eltern gibt den Ton an, der Rest der Elternschaft ist entweder froh, seine Ruhe zu haben, oder geht mit der Zeit auf dem Zahnfleisch, weil er nicht stillsitzen kann, etwas für die Kinder ändern zu wollen.
Respekt oder Vielfalt: Warum Toleranz im Elternnetzwerk unverzichtbar ist
Wenn du bis hierhin gelesen hast, ging dein Kopf die letzten Zeilen vielleicht immer mal wieder von links nach rechts oder von oben nach unten. Denn mir ist sehr wohl bewusst, dass dieses Thema ein heikles ist. Es ist quasi der rosa Elefant, über den keiner sprechen möchte.
Dabei vergessen wir unsere Rolle als Vorbild für die Kinder. Denn wenn wir als Erwachsene in Elternnetzwerken so miteinander umgehen, brauchen wir uns über das Verhalten der Kids auf dem Schulhof nicht zu wundern. Wir alle möchten Respekt, Vielfalt und Toleranz. Dann müssen wir diese Dinge auch vorleben.
Und das nicht nur auf der großen Bühne, sondern auch im Kleinen – im Verein, der Nachbarschaft, der Familie, dem Freundeskreis und eben auch dem Elternnetzwerk.
Es geht darum, andere Meinungen zuzulassen, respektvoll miteinander zu diskutieren und am Ende des Tages gute Entscheidungen für und mit den Kindern zu treffen.




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