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Der erste Kindergarten-Tag – Abschied bedürfnisorientiert

Eine Sonne in einem Kreis. Beides liegt auf einem langen Banner. Großzügig gelb, orange und rosa koloriert, fröhlich und freundlich gestaltet.

Der erste Kindergarten-Tag – Abschied bedürfnisorientiert

Ob Schule oder Kita, manchmal fällt der Abschied am ersten Tag schwer. Lass uns gemeinsam schauen, ob es den perfekten und richtigen Weg zum Start gibt.

Der erste Abschied und die eigenen Gefühle

Ich mache jetzt etwas, das man als Autor normalerweise nicht tun sollte – ich spoilere. Denn so leid es mir tut, aber den perfekten und richtigen Weg zum Thema Eingewöhnung oder Abschied am ersten Kindergarten-Tag/Schultag gibt es nicht. Das bedeutet auch, dass meine Tipps, die du hier liest, funktionieren können, aber nicht müssen. Vielleicht helfen sie dir aber, den Blick auf dein Kind zu sensibilisieren und so den richtigen Weg zu finden, der individuell zu euch passt.

Wir alle besitzen etwas, das wir viel zu wenig benutzen: unser Bauchgefühl. Da sind Freunde, Familie, Experten und die Gesellschaft, die uns größtenteils beeinflussen oder verunsichern. Ich habe für diesen Artikel viel recherchiert und mich am Ende gefragt, wie sich junge Eltern fühlen sollen, denen der erste Kitatag/Schultag bevorsteht und es so viele Meinungen zu richtig oder falsch gibt. Von mir kommen hier drei Tipps, die dir nicht sagen, was richtig oder falsch ist, sondern dir helfen sollen, deinen Weg zu finden.

Drei Impulse für dich

  • Reflektiere deine eigenen Gefühle: Loslassen ist, glaube ich, eine der schwersten Aufgaben, die uns Eltern gegeben wurden. Bei deinem Kind sind alle Gefühle erlaubt, und auch deine eigenen Gefühle dürfen sein.

    Sprich im Vorfeld mit deinem Partner/deiner Partnerin, schreibe Tagebuch oder quatsche mit einer Freundin. Am ersten Tag solltest du bestenfalls im Reinen mit deinen Gefühlen sein  und dadurch ein sicherer Hafen für dein Kind.

  • Sensibilisiere deinen Blick aufs Kind: Erwachsene werden nicht dafür kritisiert, unterschiedlich mit Situationen umzugehen. Bei Kindern erwarten wir das oft. Dabei ist jedes Kind individuell – mal sensibler, mal mutiger. Das ist gut so! 
    Wichtig: Weinen beim Abschied ist kein Manipulationsversuch, sondern ein Ausdruck von Not. 
    Dein Kind ist in einer neuen Situation und braucht seinen sicheren Hafen. Dieser Hafen warst bisher du mit weiteren Bezugspersonen und wird nun erweitert. Aber diese Erweiterung braucht Zeit und Vertrauen.
  • Höre auf dein Bauchgefühl: Wir geben Kindern in Bezug auf Fremde häufig den Rat, auf ihr Bauchgefühl zu hören. Dieses Gefühl funktioniert bei uns Erwachsenen auch. Vertraue dir, deinem Kind, dem Kitapersonal/Schulpersonal und deinem Bauchgefühl. 

Abschied am ersten Kitatag – praktische Tipps

Der Begriff ‚Abschied‘ trifft es am ersten Tag oft nicht ganz, denn die wenigsten Kitas erwarten am ersten Tag ohne Eingewöhnung einen Abschied. Aber irgendwann kommt er trotzdem, der Tag, an dem du »Tschüss« sagen sollst. Deshalb kommen hier noch vier alltagstaugliche Impulse für diese Situation:

  • Kein heimliches Wegschleichen:  Dieser Punkt ist für mich persönlich nicht verhandelbar, da es das Vertrauen des Kindes negativ beeinflussen kann, und es ist ein Punkt, den du vorher schon »üben« kannst.
    Dein Kind bleibt bei deinem Partner/deiner Partnerin, bei Oma, Opa oder deiner Freundin? Dann verabschiede dich jedes Mal offiziell von deinem Kind und zeige ihm, dass du gehst und wiederkommst.
  • Abschiedsritual: Entwickelt ein gemeinsames Abschiedsritual. High Five, Nasenkuss, viermal Klatschen und was euch sonst noch so einfällt. Meinen absoluten Geheimtipp verrate ich dir weiter unten.
  • Kindgerechte Zeitangaben: Für Kinder können sich Minuten wie Stunden anfühlen. Gib deinem Kind greifbare und erkennbare Zeiten, wann du es wieder abholen kommst. »Nach dem Essen«, »nach dem Snack«, »nach dem Basteln« etc.
  • Alltag planen: Wissenschaftliche Studien belegen, dass gerade zu Beginn der Kindergartenzeit der Cortisolspiegel stark ansteigt und sich im Laufe der Zeit dann wieder einpendelt. Berücksichtige diese Tatsache auch in deinem Alltag. Gerade sensible Kinder benötigen nach einem Kita- oder Schulalltag erst einmal eine Pause und verhalten sich, verständlicherweise,  bei Einkäufen oder Terminen direkt nach der Kita/Schule eventuell nicht kooperativ.

Was passiert, wenn das Kind weint?

Das Wichtigste: So schwer es dir auch fallen mag, du musst ruhig bleiben. Kinder saugen nicht nur unsere Worte, sondern auch unsere Emotionen auf. Vielleicht braucht dein Kind etwas länger zum Beobachten an deiner Hand. Denn erst aus dieser Sicherheit heraus wird die Neugier auf die neue Umgebung, die fremden Kinder und das neue Spielzeug geboren. Vergleiche dein Kind daher auch nicht mit anderen Kindern, denn jedes hat sein eigenes Tempo.

Und wenn es auch nach mehreren Versuchen nicht klappt, sprich mit dem Kitapersonal über eine Pause. Das ist keine Schande und in manchen Kitas auch gelebter Alltag, damit die Kinder ersteinmal wieder zur Ruhe kommen und lernen, dass ihre Sorgen ernst genomemen werden.

Mein absoluter Lieblingstipp ist das verbundene Herz. Male am Morgen deinem Kind und dir jeweils ein halbes Herz auf die Hand. Verbindet euch kurz und erklärt dann, dass ihr den Tag über aneinander denkt und euch am Mittag wieder verbindet. So seid ihr immer verbunden, ohne euch zu sehen.
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Famanders: Praktische Impulse mit Herz
Britta

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